Die Economy Class von Qatar Airways ist für mich die beste Art, ohne Business Ticket nach Asien zu kommen. Ich bin sie mehrfach geflogen, von Berlin über Doha nach Vietnam und nach Südkorea, im Airbus A350 und in der Boeing 787. Nicht weil der Sitz breiter wäre als anderswo, das ist er nicht. Sondern wegen dem, was drumherum passiert: Getränke auf Zuruf, Alkohol ohne Aufpreis, ein Sondermenü, das wirklich schmeckt, und ein Umstieg in Doha, der funktioniert.
Hier steht, was dich in der Qatar Airways Economy erwartet, wo der Unterschied zwischen A350 und 787 liegt, wie das Sondermenü läuft und wo die Grenzen sind. Alle Fotos sind meine eigenen. Den Bericht zur Business Class findest du im Artikel zur Qatar Airways QSuite.
Der Sitz: Standard, aber gut gemacht
Qatar Airways fliegt in der Economy auf A350 und 787 mit neun Sitzen pro Reihe, also 3 3 3. Die Sitzbreite liegt laut Qatar bei rund 41 bis 44 Zentimetern, der Sitzabstand bei 76 bis 81 Zentimetern. Das ist Industriestandard, nicht mehr. Ich sitze nicht eingeklemmt, aber die Knie kommen der Vorderlehne nah, sobald der Vordermann sich zurücklehnt.

Was den Sitz besser macht als viele andere: die Details. Unter dem Bildschirm sitzen eine Steckdose für alle Steckertypen und ein USB Anschluss, dazu ein Netz für Handy und Kopfhörer. Der Klapptisch ist zweigeteilt, die kleine Hälfte reicht für ein Glas und den Snack, ohne dass man den ganzen Tisch ausklappen muss. Kissen und Decke liegen beim Einsteigen auf dem Sitz, die Decke ist dünn, das Kissen brauchbar. Ich sitze immer am Fenster, das ist Geschmackssache. Welche Reihen sich lohnen, steht im Artikel zum besten Sitzplatz im Flugzeug.
A350 oder 787: Der A350 hat mir besser gefallen
Beide Flugzeuge haben denselben Bildschirm, dasselbe Unterhaltungsprogramm und dieselbe Bestuhlung. Trotzdem hat mir der A350 besser gefallen: Die Kabine wirkt moderner und breiter, die Fenster sind klassisch mit Blende, und die Außenkameras lassen sich als eigener Kanal auf den Bildschirm holen. Beim Rollen und Start schaue ich lieber der Heckkamera zu als dem Film. Beim 787 sind es die dimmbaren Fenster ohne Blende und die etwas engere Kabine, die den Unterschied ausmachen. Was das im Alltag heißt, steht im Artikel zum Boeing 787 Dreamliner.

Beide Typen haben inzwischen kostenloses Starlink WLAN. Qatar Airways hat die Nachrüstung auf allen A350 und der kurzen 787 Version abgeschlossen, die lange 787 Version soll bis Ende 2026 folgen. Zum Freischalten braucht es ein Privilege Club Konto, das kostenlos ist. Die Verbindung reicht für Videoanrufe, das gab es bisher in keiner Economy, die ich geflogen bin.
Essen: zwei Mahlzeiten, ein Snack, und das Sondermenü
Auf Langstrecken ab Doha gibt es zwei Mahlzeiten, eine nach dem Start und eine vor der Landung, dazwischen einen Snack. Das Essen kommt auf einem Tablett mit Hauptgericht in der Schale, Salat oder Vorspeise, Brötchen, Dessert und einer kleinen Flasche Wasser. Ein grünes Curry mit Reis, ein Frühstück mit Omelett, Würstchen und Rösti, dazu Obst und Saft. Das ist ordentliche Bordküche, nicht mehr, aber es ist warm, es ist genug, und es kommt zügig.

Sondermenü bestellen: So läuft es, und warum es sich lohnt
Ich bestelle bei Qatar Airways aus gesundheitlichen Gründen ein salzarmes Sondermenü, im Airline Code LSML. Das geht vorab über die App oder die Buchungsverwaltung auf der Website, spätestens 24 Stunden vor Abflug, ohne Aufpreis. Qatar bietet rund 20 solcher Menüs an, von vegetarisch über glutenfrei bis Kindermenü.

Zwei Dinge sind mir dabei aufgefallen. Erstens bekomme ich das Essen immer als Erster, noch bevor der Trolley durch die Kabine rollt, weil die Sondermenüs separat gekennzeichnet sind und vorab serviert werden. Zweitens hat es jedes Mal gut geschmeckt, besser als ich es von einem salzarmen Gericht erwartet hätte. Gegrilltes Gemüse, Reis, Obst, alles frisch und nicht der Rest vom Standardmenü ohne Salz. Wer aus welchem Grund auch immer anders isst, sollte das Sondermenü nutzen.
Getränke und Service: Das ist der eigentliche Unterschied
Bei den Getränken trennt sich Qatar von den meisten europäischen Airlines. Die Crew kommt sehr oft durch die Kabine, und zwischen den Runden kannst du jederzeit bestellen, ohne dass jemand die Augenbrauen hebt. Bier, Wein, Gin Tonic, alles ohne Aufpreis, auch in der Economy, und auch beim zweiten und dritten Mal. Zum Snack gab es bei mir Brezeln und ein Tonic Water, serviert auf der kleinen Tischhälfte, während der Film lief.

Nach der Landung, oder je nach Flug kurz davor, verteilt die Crew eine kleine Schachtel Schokolade von Läderach mit dem Spruch „Life is a journey, make it sweet“. Eine Kleinigkeit, aber sie bleibt hängen, weil sie in der Economy niemand erwartet.

Schlafen und Kabinenlicht
Nach dem Essen dimmt die Crew die Kabine auf ein tiefes Blau mit rosa Rand, das bleibt bis zum Frühstück. Es ist dunkel genug zum Schlafen, wenn der Sitznachbar nicht gerade das Fenster hochzieht. Am Fenster kann ich mich an die Wand lehnen, das ist für mich der einzige Grund, warum ich in der Economy überhaupt schlafe. Nackenkissen und eigene Kopfhörer helfen mehr als alles, was die Airline mitgibt. Die Kopfhörer von Qatar sind wie überall Mittelmaß.
Der Umstieg in Doha gehört zum Produkt
Qatar Airways fliegt alles über Doha, und das ist kein Nachteil. Der Flug von Berlin nach Doha dauert rund sechs Stunden, der Anschluss nach Südostasien sieben bis acht. Zwei Etappen statt einem Zwölfstundenflug heißt: zweimal aufstehen, einmal durch einen Flughafen laufen, der das Warten leicht macht. Bei mehr als drei Stunden Umstieg schaffe ich es in den Orchard Garten, bei weniger direkt zum Gate. Wie der Transfer läuft, steht im Artikel zum Umsteigen in Doha.
Was mich gestört hat
Ein paar Punkte, damit das hier kein Werbetext wird. Der Sitz ist Standard, wer breiter sitzen will, muss Premium Economy bei einer anderen Airline buchen, Qatar hat keine. Die Kopfhörer sind schwach. Das Standardessen ist solide, aber nicht der Grund, Qatar zu fliegen. Und der Umstieg in Doha kostet auf manchen Strecken ein bis zwei Stunden mehr Reisezeit als ein Direktflug mit Vietnam Airlines oder Korean Air ab Frankfurt. Ab Berlin gibt es diese Direktflüge nicht, da ist die Frage müßig.
Häufige Fragen zur Qatar Airways Economy
Gibt es in der Qatar Airways Economy Alkohol?
Ja, Bier, Wein und Spirituosen sind im Preis enthalten und werden den ganzen Flug über ausgeschenkt, auch auf Nachfrage zwischen den Runden.
Ist WLAN in der Economy kostenlos?
Auf Flugzeugen mit Starlink ja, das sind alle A350 und 777 sowie die kurze 787 Version. Nötig ist ein kostenloses Privilege Club Konto. Auf älteren Flugzeugen kostet das WLAN.
Wie bestelle ich ein Sondermenü bei Qatar Airways?
Über die App oder die Buchungsverwaltung, mindestens 24 Stunden vor Abflug, kostenlos. Das Menü wird vor dem regulären Service ausgegeben.
Wie viel Beinfreiheit hat die Qatar Airways Economy?
76 bis 81 Zentimeter Sitzabstand und 41 bis 44 Zentimeter Sitzbreite, je nach Flugzeug. Das ist Durchschnitt, nicht mehr. Premium Economy bietet Qatar nicht an.
A350 oder 787: Welches Flugzeug ist in der Economy besser?
Beide haben 3 3 3 und denselben Bildschirm. Der A350 wirkt moderner und etwas breiter, der 787 hat die dimmbaren Fenster. Wer die Wahl hat, nimmt den A350.
Fazit
Die Qatar Airways Economy gewinnt nicht beim Sitz, sondern beim Rest: Getränke auf Zuruf, Alkohol inklusive, kostenloses WLAN, ein Sondermenü, das man gern bestellt, und ein Umstieg, der die Reise in zwei verdauliche Hälften teilt. Für den Preis, den Qatar ab Berlin nach Asien aufruft, gibt es aus meiner Sicht nichts Besseres in dieser Klasse. Wer den A350 erwischt und am Fenster sitzt, kommt ausgeruhter an, als der Sitzabstand vermuten lässt.

