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Flüssigkeiten im Handgepäck 2026: 100 ml oder 2 Liter? Was jetzt gilt

Die 100 ml Regel gilt 2026 noch, aber nicht mehr überall. Wo die Sicherheitskontrolle mit freigegebenen CT Scannern arbeitet, dürfen auslaufsichere Behälter bis 2 Liter Fassungsvermögen im Handgepäck bleiben, der Beutel entfällt, und der Laptop bleibt in der Tasche. An allen anderen Spuren gilt weiter: höchstens 100 ml pro Behälter, alle zusammen in einem durchsichtigen Beutel.

Das Problem ist, dass du vor dem Anstellen oft nicht weißt, an welcher Spur du landest, und auf dem Rückflug sieht es am anderen Flughafen wieder anders aus. Mein Beutel auf dem Foto unten ist deshalb so gepackt, dass er überall funktioniert. Hier steht, was an den Flughäfen aktuell gilt, was in den Beutel gehört und welche Ausnahmen es gibt. Stand ist Oktober 2026.

Die klassische Regel: 100 ml pro Behälter, ein Beutel pro Person

Die EU Regel für Abflüge aus der EU ist seit Jahren dieselbe: Flüssigkeiten wie Getränke, Zahnpasta, Cremes und Gels müssen in einem durchsichtigen Plastikbeutel mit höchstens einem Liter Fassungsvermögen liegen, und jeder einzelne Behälter darf höchstens 100 ml enthalten. Ein Beutel pro Person, wiederverschließbar, am besten ein Gefrierbeutel mit Zipper. Wie ein Beutel aussieht, der an der Kontrolle nicht auffällt, zeigt das Foto.

Beutel mit Reiseprodukten im Handgepäck, diagonal auf einem Holztisch
Wiederverschließbarer Beutel mit vier Produkten

Entscheidend ist, was auf dem Behälter steht, nicht was noch drin ist. Eine halb leere 200 ml Flasche bleibt eine 200 ml Flasche und wird aussortiert. Das ist der häufigste Grund, warum Dinge im Mülleimer an der Kontrolle landen.

Was sich 2026 geändert hat: CT Scanner und die 2 Liter Grenze

CT Scanner erzeugen ein dreidimensionales Bild des Gepäcks und erkennen flüssigen Sprengstoff besser als die alten Röntgengeräte. Die EU Kommission hat 2025 Geräte mit aktueller Software zugelassen, nach ihren Angaben sind rund 700 davon in 21 Mitgliedstaaten im Einsatz oder im Aufbau. Ob und wann ein Flughafen die Erleichterung nutzt, entscheidet er selbst. Dazu kommt eine Vorgeschichte: Schon 2024 hatten einige Flughäfen die Grenze gelockert, die Kommission führte die 100 ml Regel danach vorübergehend wieder ein, weil es technische Probleme mit den Geräten gab.

Heute gilt an Kontrollspuren mit freigegebenen CT Scannern:

  • Flüssigkeiten in auslaufsicheren Behältern bis 2 Liter Fassungsvermögen dürfen im Handgepäck bleiben.
  • Der durchsichtige Beutel ist nicht mehr nötig.
  • Laptop und Tablet bleiben in der Tasche.
  • Behälter über 2 Liter müssen weiter ins Aufgabegepäck.
  • Doppelwandige Thermosflaschen dürfen nur leer mit, weil sich ihr Inhalt schlecht durchleuchten lässt.

Wo es gilt: Stand an deutschen Flughäfen

Die Lage ist ein Flickenteppich, und sie ändert sich von Monat zu Monat. Was nach den Angaben der Flughäfen und den Berichten der letzten Wochen gilt:

  • Köln/Bonn: Seit dem 14. Juli 2026 läuft die zentrale Sicherheitskontrolle über elf CT Spuren. Dort sind Flüssigkeiten bis 2 Liter Fassungsvermögen erlaubt, die 100 ml Regel ist an diesem Standort weggefallen.
  • Berlin BER: Terminal 2 und die Kontrollbereiche 1 und 5 in Terminal 1 arbeiten mit CT Scannern. Die Spuren in der Mitte des Hauptsaals haben noch die alte Technik, der Umbau wurde für 2026 angekündigt. Mehr dazu im Guide zum Flughafen BER.
  • Frankfurt: Nach Angaben des Flughafens arbeiten einzelne Kontrollstellen bereits mit CT Scannern und erlauben bis 2 Liter, andere noch nicht.
  • Hamburg und Düsseldorf: Erste CT Spuren sind im Einsatz, bei Flüssigkeiten wird dort vorsichtshalber weiter die 100 ml Grenze empfohlen.

Was am eigenen Abflughafen gilt, steht auf dessen Website, meist unter „Sicherheitskontrolle“ oder „Handgepäck“. Bei München und anderen Flughäfen, für die ich keine belastbare Angabe habe, rechnest du am besten mit der klassischen Regel.

Warum du trotzdem nach der alten Regel packst

Auch an einem Flughafen mit CT Scannern entscheidet die einzelne Spur, nicht das Terminal. Wer in Frankfurt oder am BER in der falschen Reihe steht, bekommt die alte Kontrolle, und dann muss der Beutel auf das Band. Hinzu kommen der Rückflug an einem anderen Flughafen und Umsteigekontrollen, die oft noch nach der strengen Regel laufen.

Mein Rat ist deshalb einfach: Pack so, als gäbe es keine CT Scanner. Der Beutel liegt oben im Handgepäck, jeder Behälter hat höchstens 100 ml, und falls du doch an eine moderne Spur gerätst, nimmst du den Vorteil mit und lässt den Beutel drin. So gibt es keine Überraschung, egal wo du abfliegst.

Was in den Beutel gehört

Alles, was flüssig, cremig, pastös oder ein Gel ist. Das sind mehr Dinge, als man beim Packen denkt: Zahnpasta, Handcreme, Sonnenmilch, Shampoo, Gel, Mascara, Lippenpflege im Töpfchen, Parfum, Deo Roller, Rasierschaum. Auch Lebensmittel zählen, wenn sie nicht fest sind, also Joghurt, Honig, Aufstriche und Suppen. Spraydosen für Deo und Haarspray haben eigene Regeln, die im Ratgeber zu Deo und Haarspray im Handgepäck stehen.

In meinem Beutel liegen eine kleine Zahnpasta (20 ml), Reisewaschmittel in der Tube (30 ml), Sonnenmilch (50 ml) und eine Handcreme mit genau 100 ml. Die Handcreme liegt auf der Grenze und ist damit erlaubt, denn die Regel gilt pro Behälter und nicht für die Summe. Die Zahl steht auf jedem Etikett, bei Tuben oft hinten.

Beutel mit Zahnpasta (20 ml), Reisewaschmittel (30 ml), Handcreme (100 ml) und Sonnenmilch (50 ml)
Zahnpasta 20 ml, Waschmittel 30 ml, Sonnenmilch 50 ml, Handcreme 100 ml

Ausnahmen: Medikamente, Babynahrung, Duty Free

Die EU nennt zwei Ausnahmen ausdrücklich: Medikamente und Babynahrung. Dort gilt die Mengenbeschränkung nicht, aber die Mitnahme muss nachvollziehbar sein.

Medikamente: Flüssige Medikamente nimmst du in der Originalverpackung mit Namen auf dem Etikett mit, bei Bedarf mit ärztlicher Bescheinigung. Eine zweisprachige Vorlage dafür findest du im Ratgeber zu Medikamenten im Handgepäck. Leg sie getrennt vom Beutel bereit, damit die Kontrolle schnell geht.

Babynahrung: Milch, Brei und Wasser fürs Kind darfst du in einer Menge mitnehmen, die zur Reise passt, also Flugzeit plus Puffer für eine Verspätung. Mehr dazu in der Checkliste für Fliegen mit Baby.

Duty Free: Flüssigkeiten, die du am Flughafen oder an Bord einer Airline kaufst, darfst du im Handgepäck behalten, solange sie samt Kassenbon im versiegelten Sicherheitsbeutel mit rotem Rand bleiben. Den Beutel öffnest du erst am Ziel. Hast du einen Anschlussflug an einem anderen Flughafen, sag es dem Sicherheitspersonal, damit die Ware dort in einen neuen Beutel kommt.

Wasser und Getränke: leer mitnehmen, nach der Kontrolle füllen

Eine volle Wasserflasche mit einem halben Liter scheitert an der klassischen Spur. Eine leere Trinkflasche kommt dagegen überall durch und wird nach der Kontrolle am Trinkbrunnen gefüllt, die gibt es an den meisten Flughäfen. Das spart Geld. Alles Weitere, was zum Handgepäck gehört, steht in der Packliste für das Handgepäck.

Die häufigsten Fehler

  • Halb leere große Flasche im Beutel. Der Behälter zählt, nicht der Inhalt.
  • Zu viele Behälter für einen Beutel. Wenn er nicht ohne Gewalt schließt, ist er zu voll, und das Personal lässt dich umpacken.
  • Beutel tief im Rucksack. Wer ihn erst suchen muss, hält die Schlange auf.
  • Auf die 2 Liter Regel vom Hinflug vertrauen. Am Rückflug oder beim Umsteigen gilt nicht automatisch dasselbe.
  • Doppelwandige Thermosflasche gefüllt mitnehmen. Sie darf nur leer durch.

Häufige Fragen zu Flüssigkeiten im Handgepäck

Gilt die 100 ml Regel 2026 noch?

Ja, an den meisten Kontrollspuren. Wo freigegebene CT Scanner arbeiten, sind Behälter bis 2 Liter erlaubt, zum Beispiel am Flughafen Köln/Bonn seit Juli 2026 und an den CT Spuren am BER.

Muss ich bei einem CT Scanner den Beutel benutzen?

Nein. An einer Spur mit freigegebenem CT Scanner bleiben Flüssigkeiten in auslaufsicheren Behältern im Handgepäck. Wenn du nicht sicher bist, welche Spur du erwischst, lass den Beutel trotzdem fertig gepackt oben liegen.

Darf ich eine leere Trinkflasche mitnehmen?

Ja, leer geht sie überall durch. Nach der Kontrolle füllst du sie am Trinkbrunnen oder an einem Wasserspender.

Wie viel Babynahrung darf ich mitnehmen?

Eine Menge, die zur Reise passt, also Flugzeit plus Puffer. Die 100 ml Grenze gilt dafür nicht, trenne die Portionen aber vom Rest und zeig sie bei der Kontrolle vor.

Gilt die Regel auch beim Umsteigen?

Oft nicht. Beim Umsteigen in einem anderen Land kann eine neue Sicherheitskontrolle anstehen, die nach den dortigen Regeln läuft. Duty Free Ware im versiegelten Beutel lässt du ungeöffnet und sagst dem Personal Bescheid.

Fazit

Die 100 ml Regel ist 2026 nicht abgeschafft, sondern wird Flughafen für Flughafen und Spur für Spur durch die 2 Liter Regel ersetzt. Weil du vor dem Anstellen nicht weißt, welche dich erwartet, packst du nach der alten: Behälter bis 100 ml im Beutel, Beutel oben, Medikamente und Babynahrung getrennt. Wer dann an einer CT Spur landet, lässt den Beutel drin und freut sich über die Ersparnis. Wer an einer alten Spur landet, hat nichts falsch gemacht.

Hendrik Mahncke
Hendrik Mahncke
Vielflieger und Betreiber von fliegen.de
Notfallsanitäter, seit 15 Jahren im Rettungsdienst und mehrmals im Jahr auf der Kurz- und Langstrecke. Alle Artikel stammen aus eigener Erfahrung, mit eigenen Fotos. Mehr über mich →