Die Lufthansa Business Lounge am BER ist die beste Lounge im Terminal 1, und ab dem 1. Oktober 2026 kommen deutlich weniger Leute rein. An diesem Tag endet der Zugang über die American Express Platinum Card, mit der auch ich bisher immer drin war. Wer danach in die Lounge will, braucht ein Business Class Ticket, einen Status bei Miles and More oder Star Alliance Gold. Bezahlten Zugang an der Tür gibt es nicht.
Ich bin mehrfach über den BER mit Lufthansa und Eurowings geflogen und habe die Lounge morgens, mittags und spät abends erlebt. Hier steht, was dich erwartet, was fehlt, wann es voll ist und wie sie sich gegen die Tegel Lounge schlägt, die für viele ab Oktober die einzige Alternative ist.
Lage: Gate B20, eine Ebene über den Gates
Die Lufthansa Lounges liegen im Terminal 1 im Schengen Bereich, direkt gegenüber von Gate B20. Nach der Sicherheitskontrolle gehst du rechts, an der Plaza vorbei, und folgst den B Gates. Das dauert rund fünf Minuten. Der Eingang liegt auf Gate Ebene, die Lounge selbst eine Etage höher, per Treppe oder Aufzug. Am Empfang teilt sich der Weg: links Business Lounge, rechts Senator Lounge. Zusammen sind es rund 1.800 Quadratmeter, seit dem Umbau im Frühjahr 2023.

Geöffnet ist täglich ab 5 Uhr morgens bis kurz vor 21 Uhr, die genauen Zeiten ändern sich mit dem Flugplan. Für Flüge ab den A Gates am anderen Ende des Piers bietet Lufthansa einen Shuttle ab der Lounge an, den du am Empfang bestellst. Wer nach Non Schengen fliegt, muss die Lounge früh verlassen, weil die Passkontrolle noch vor dir liegt. Wie du überhaupt zum Terminal 1 kommst und was am BER sonst wichtig ist, steht in unserem Guide zum Flughafen BER.
Einrichtung: Vorfeldblick von fast jedem Platz
Das erste, was auffällt, ist das Licht. Die komplette Längsseite der Lounge ist eine Fensterfront mit Blick auf das Vorfeld und die Rollwege. Von fast jedem Sessel siehst du Flugzeuge, das gibt es in kaum einer anderen deutschen Lufthansa Lounge in dieser Form. Ich setze mich am liebsten in die Ecke ganz am Fenster, wo einzelne Ledersessel mit kleinen Holztischen stehen. Dort ist es ruhig, und das Vorfeld liegt einem direkt vor den Füßen.

Die Einrichtung ist Holz, dunkelblauer Teppich, Ledersessel in Braun und Grau, dazu Regale mit Bildbänden und viele Glühbirnen an schwarzen Kabeln. Es wirkt eher wie eine gut gemachte Hotellobby als wie ein Wartesaal. Es gibt mehrere Bereiche: eine Bar direkt am Eingang, einen Sitzbereich mit Sofas, die Fensterreihe mit abgetrennten Sesseln, einen abgeschlossenen Raucherraum und hinten den Bereich mit dem Buffet und größeren Tischen. Steckdosen sind an den meisten Plätzen erreichbar, das WLAN ist schnell.
Essen und Trinken: Getränke top, Essen solide
Beim Essen ist die Auswahl übersichtlich, aber sie wechselt mit der Tageszeit. Morgens gibt es Frühstück mit warmen Komponenten wie Rührei und Speck, dazu Brötchen, Brezeln, Aufschnitt, Joghurt und Obst. Mittags und abends stehen zwei oder drei warme Gerichte bereit, dazu Salate, Suppe und Fingerfood wie belegte Baguettes und Wraps. Es ist Lounge Essen, kein Restaurant: ordentlich, meist frisch nachgelegt, aber nichts, wofür man extra früher kommt. Wer Hunger hat, wird satt. Wer Erwartungen mitbringt wie an eine große Umsteigelounge, etwa die Al Mourjan Lounge in Doha, ist hier falsch.

Bei den Getränken sieht das anders aus. Mehrere Selbstbedienungsbars sind über die Lounge verteilt, jede mit Kaffeevollautomat, Säften, Softdrinks, Bier vom Fass, Wein und Spirituosen. Alles kostenlos, zu jeder Tageszeit. Du musst nirgends anstehen, weil sich die Gäste auf mehrere Stationen verteilen. Für einen Morgenflug nach Frankfurt heißt das: zwei Cappuccino und ein Croissant in Ruhe am Fenster statt neun Euro am Gate.

Was fehlt: Duschen und Ruhe zur Stoßzeit
Duschen gibt es in der Lufthansa Lounge am BER nicht, weder in der Business noch in der Senator Lounge. Für einen Flughafen, von dem Lufthansa fast nur Zubringer nach Frankfurt und München fliegt, ist das nachvollziehbar, für Passagiere nach einem Nachtflug oder vor einer langen Reise trotzdem ein Minus. Wer duschen will, muss in die Tegel oder Tempelhof Lounge des Flughafens, die beide Duschen haben.
Der zweite Punkt ist die Auslastung. Morgens vor 7 Uhr und abends nach 19 Uhr ist die Lounge angenehm leer. Zwischen 9 und 17 Uhr, wenn sich die Wellen nach Frankfurt und München überschneiden, wird es voll. Freie Fensterplätze sind dann Glückssache, am Buffet bildet sich eine Schlange, und der Geräuschpegel steigt. Mit dem Ende des Amex Zugangs dürfte sich das entspannen, weil ein großer Teil der Gäste ohne Status und ohne Business Ticket wegfällt.
Wer ab Oktober 2026 noch reinkommt
Die Regeln für die Business Lounge sind seit Jahren dieselben, nur der Amex Weg fällt weg. Zugang hast du mit:
- Business oder First Class Bordkarte einer Star Alliance Airline für denselben Tag
- Miles and More Frequent Traveller Status in Verbindung mit einem Lufthansa Group oder Star Alliance Flug
- Senator, HON Circle oder Star Alliance Gold, jeweils mit einem Gast auf demselben Flug. Mit diesen Karten darfst du auch nebenan in die Senator Lounge
- Bis 30. September 2026: American Express Platinum oder Business Platinum plus Bordkarte einer Lufthansa Group Airline, ohne Gast
Der Amex Zugang war lange die Hintertür für Vielflieger ohne Status. Ich habe ihn jedes Mal genutzt, mit Lufthansa und mit Eurowings Bordkarte. Seit Februar 2026 galt er offiziell für alle Airlines der Lufthansa Group, also auch Eurowings und Discover. Amex und Lufthansa haben sich aber nicht auf eine Verlängerung geeinigt. Ab dem 1. Oktober 2026 gibt es mit der Platinum Card keinen Zugang mehr zu irgendeiner Lufthansa Lounge, weltweit. Als Ersatz bekommen Karteninhaber ein Verzehrguthaben von 120 Euro, das aber nur an Restaurants in Frankfurt und München gilt. Am BER bleibt der Priority Pass, der in der Platinum Card enthalten ist, und der führt in die Tegel Lounge.
Tegel Lounge als Alternative: kleiner, voller, Straßenblick
Ich war mit Priority Pass mehrfach in der Tegel Lounge am Gate B17, also nur wenige Meter von der Lufthansa Lounge entfernt. Der Vergleich fällt eindeutig aus. Die Tegel Lounge ist deutlich kleiner und liegt auf der anderen Seite des Piers: Statt aufs Vorfeld schaust du auf das Terminal 2 und die Zufahrtsstraße. Essen und Getränke sind etwas weniger, aber nicht schlecht, es gibt warme Gerichte, vegane Optionen und alkoholische Getränke. Der eigentliche Nachteil ist die Enge. Weil hier alle Priority Pass Inhaber und alle Airlines ohne eigene Lounge landen, ist es fast immer voll.
Dafür hat die Tegel Lounge etwas, das die Lufthansa Lounge nicht hat: Duschen, ein Duschkit kostet 15 Euro. Und sie steht jedem offen. Ohne Priority Pass oder Status kostet der Eintritt 36 Euro, die größere Tempelhof Lounge am Gate A20 mit Vorfeldblick 48 Euro. Maximal drei Stunden Aufenthalt, Zugang frühestens dreieinhalb Stunden vor Abflug. Bei vollem Betrieb, etwa zum Berlin Marathon, schickt der Flughafen Priority Pass Gäste zeitweise in den Berlin Pub.
Häufige Fragen zur Lufthansa Business Lounge am BER
Wo ist die Lufthansa Lounge am BER?
Im Terminal 1, Schengen Bereich, gegenüber von Gate B20. Der Eingang ist auf Gate Ebene, die Lounge liegt eine Etage darüber.
Komme ich mit der Amex Platinum in die Lufthansa Lounge am BER?
Nur noch bis zum 30. September 2026. Ab dem 1. Oktober 2026 endet die Kooperation zwischen American Express und Lufthansa. Mit dem Priority Pass der Platinum Card kommst du dann in die Tegel Lounge.
Kann ich den Zugang zur Lufthansa Lounge am BER kaufen?
Nein. Lufthansa verkauft am BER keinen Tageszugang. Kaufbar sind nur die beiden Lounges des Flughafens: Tegel für 36 Euro, Tempelhof für 48 Euro.
Gibt es Duschen in der Lufthansa Lounge am BER?
Nein, weder in der Business noch in der Senator Lounge. Duschen gibt es in der Tegel und der Tempelhof Lounge.
Komme ich mit einer Eurowings Bordkarte in die Lufthansa Lounge?
Mit Status ja, Eurowings gehört zur Lufthansa Group. Ohne Status und ohne Business Ticket seit Oktober 2026 nicht mehr, weil der Amex Weg entfällt.
Fazit
Die Lufthansa Business Lounge am BER lohnt sich, wenn du reinkommst. Der Vorfeldblick, die vielen Getränkestationen und die ruhigen Randzeiten machen aus einer Stunde Wartezeit eine gute Stunde. Beim Essen bleibt sie Durchschnitt, und Duschen fehlen komplett. Wer bisher nur über die Amex drin war, hat ab Oktober 2026 die Wahl zwischen der engeren Tegel Lounge über den Priority Pass und einem Sitz am Gate. Wer einen Status hat oder Business Class fliegt, bekommt ab dann eine leerere Lounge. Für die einen ist das ein Verlust, für die anderen der Grund, öfter hinzugehen.

