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Qatar Airways QSuite: Erfahrungsbericht aus der Business Class

Ich bin die QSuite von Qatar Airways inzwischen mehrfach geflogen. Beim ersten Mal war ich beeindruckt, beim dritten Mal habe ich angefangen, genauer hinzuschauen. Genau das ist der Punkt, an dem ein Erfahrungsbericht anfängt, sinnvoll zu werden. Hier steht, was die QSuite wirklich kann, wo sie nachlässt und für wen sich der Aufpreis lohnt. Alle Fotos sind meine eigenen.

Qatar Airways QSuite Sitz im Airbus A350-1000 mit Kissen und Bettwäsche
Die Suite beim Einsteigen: Kissen, Decke und Pyjama liegen bereit

Was die QSuite ist und warum sie so oft genannt wird

Die QSuite ist die Business Class von Qatar Airways in ihrer besten Ausführung. Jeder Sitz hat eine Schiebetür, jeder Sitz hat direkten Zugang zum Gang, und die Sitze in der Mitte lassen sich zu einer Doppelkabine für zwei Personen öffnen. Vier zusammenhängende Sitze in der Mitte ergeben sogar eine kleine Kabine für vier. Das gibt es in dieser Form bei kaum einer anderen Airline, und deshalb taucht die QSuite in fast jeder Rangliste der besten Business Class Produkte auf.

Wichtig für die Buchung: Nicht jeder Qatar Airways Flug hat die QSuite. Sie ist in der Boeing 777 und in den meisten Airbus A350 verbaut, im A350 der langen Version sogar in allen Maschinen. Der Boeing 787 und der Airbus A330 haben andere Sitze, teils ebenfalls mit Tür, aber enger und nicht auf demselben Niveau. Woran man den Unterschied vor dem Kauf erkennt, steht weiter unten.

Check-in und Lounge

Am Flughafen beginnt der Unterschied unspektakulär: eigener Schalter, keine Schlange, Priority beim Sicherheitscheck. Nichts, was einen umhaut, aber genau das, was man bei einem Ticket in dieser Preisklasse erwartet.

Qatar Airways Business Class Check-in Schalter am Flughafen Berlin Brandenburg
Eigener Schalter am BER, oneworld Priority inklusive

Spannend wird es in Doha. Die Al Mourjan Lounge ist riesig, in der Mitte steht ein Wasserbecken, darüber eine Decke, die das Licht wie eine Wasseroberfläche spiegelt. Es gibt Restaurants mit Bedienung, Ruhebereiche, Duschen und genug Platz, dass man auch bei vollem Betrieb einen ruhigen Sessel findet. Wer mehr als zwei Stunden Umstiegszeit hat, sollte sie bewusst hier verbringen und nicht am Gate.

Al Mourjan Business Lounge in Doha mit großem Wasserbecken
Die Al Mourjan Lounge in Doha, das Herzstück des Umstiegs

Der Sitz: Privatsphäre, Platz und Bedienung

Beim Einsteigen liegen Kissen, Decke und der Pyjama schon auf dem Sitz. Die Suite selbst ist in Weinrot und Grau gehalten, dazu Holzoptik am Tisch. Das wirkt nicht protzig, sondern eher wie ein ruhiges Hotelzimmer. Die Tür schließt auf Hüfthöhe, im Sitzen sieht man niemanden, im Stehen schaut man über die Wände hinweg. Für mich der wichtigste Punkt: Ich kann die Tür zuziehen und bin raus aus dem Flugzeug, zumindest gefühlt.

Blick in den Gang der QSuite Kabine mit geschlossenen Suitentüren
Jede Suite hat eine eigene Schiebetür

Platz ist reichlich. Ich kann die Beine komplett ausstrecken, ohne dass die Füße irgendwo anstoßen, und der Fußraum unter dem Bildschirm ist breit genug, um sich im Bett auch auf die Seite zu drehen. Neben dem Sitz gibt es eine große Ablage mit Holzoptik, darunter ein Fach für Laptop und Kopfhörer. Am Bedienfeld lassen sich Sitzposition, Leselicht und ein Bitte nicht stören Signal einstellen, das außen an der Suite leuchtet. Die Crew respektiert das tatsächlich.

Beinfreiheit in der Qatar Airways QSuite mit ausgestreckten Beinen und Fußraum unter dem Bildschirm
Ausgestreckt sitzen ohne Kompromisse, rechts das Bedienfeld

Strom gibt es doppelt: eine Steckdose neben dem Sitz sowie USB A und USB C direkt unter dem Bildschirm. Das ist praktisch, weil das Handy dann in Sichtweite lädt und nicht irgendwo in einem Fach verschwindet.

Bildschirm und Unterhaltung

Der Bildschirm ist groß, scharf und lässt sich neigen. Ein Detail, das ich erst beim zweiten Flug entdeckt habe: Auf der Startseite steht ein QR Code. Handy in den Flugmodus, mit dem Bord WLAN verbinden, Code scannen, und schon steuert man das Programm vom eigenen Handy aus. Das ist angenehmer als den Bildschirm im Liegen anzutippen.

Großer Bildschirm in der QSuite mit Willkommensseite und QR-Code zur Kopplung mit dem Handy
Der Bildschirm lässt sich per QR-Code mit dem eigenen Handy steuern

Das Programm ist groß, mit aktuellen Filmen und einer ordentlichen Auswahl auf Deutsch. Ich habe auf einem Flug Mickey 17 geschaut, danach die Außenkameras des Flugzeugs laufen lassen, die es im A350 als eigenen Kanal gibt. Die Flugkarte ist eine drehbare Weltkugel mit Restflugzeit, Ankunftszeit und Ortszeit am Ziel. Kopfhörer werden gestellt, sind aber wie überall in der Business Class nur Mittelmaß. Eigene Kopfhörer mitnehmen lohnt sich.

Suitentür mit Notfallgriff und Bildschirm mit Flugkarte in der QSuite
Die Flugkarte auf dem Bildschirm, links die Suitentür

Essen und Trinken

Qatar Airways serviert in der Business Class ohne feste Essenszeiten. Man bestellt, wann man will, und die Crew deckt den Tisch mit Tischdecke und einer kleinen Kerze im Laternenglas. Das Licht in der Kabine wechselt nach dem Start auf ein gedimmtes Lila, was auf den Fotos etwas kitschig aussieht, in echt aber ruhig wirkt.

Gedeckter Tisch mit Tischdecke und Kerze in der QSuite, im Hintergrund läuft ein Film
Tischdecke und Kerze gehören zum Essen dazu

Jetzt ehrlich: Das Essen ist gut, aber nicht der Grund, die QSuite zu buchen. Auf dem Nachtflug habe ich mir einen Snack bestellt, ein gegrilltes Käsesandwich mit Krautsalat. Das Sandwich war heiß und knusprig, der Krautsalat kam aus der Schale, die Mayonnaise im Miniglas von Heinz. Solide, mehr nicht. Das Dessert dagegen war richtig gut: warmer Kuchen mit Eis, Pistazien, Beeren und Sirup. Bei den Getränken ist die Auswahl groß, von Champagner über Cocktails bis zu frischen Säften.

Gegrilltes Käsesandwich mit Krautsalat in der Qatar Airways Business Class
Der Snack: gegrilltes Käsesandwich mit Krautsalat
Dessert mit Eis, Pistazien und Beeren in der Qatar Airways Business Class
Das Dessert: warmer Kuchen, Eis, Pistazien, Beeren

Amenity Kit und Pyjama

Das Amenity Kit kommt von Diptyque, einem Pariser Parfümhaus. In der schwarzen Ledertasche stecken Lippenbalsam, Handcreme, Gesichtscreme, Augenmaske, Socken und ein kleiner Flakon Eau de Toilette. Der Flakon allein ist im Laden mehr wert als bei vielen anderen Airlines das ganze Kit. Seit Anfang 2026 gibt es die Taschen auch in neuen Farben und Formen, je nach Flug bekommt man also eine andere Variante.

Auf längeren Flügen gibt es zusätzlich einen Pyjama, aktuell in einer Formel 1 Edition, weil Qatar Airways Partner der Rennserie ist. Grauer Baumwollstoff, Knopfleiste, Hose mit Gummizug, in mehreren Größen. Nicht schön, aber bequem, und er hält zuhause noch eine Weile als Schlafanzug.

Qatar Airways Pyjama in der Verpackung mit Formel 1 Logo, Größe L
Der Pyjama kommt in der Formel 1 Edition

Schlafen: Das Bett

So wird aus dem Sitz ein Bett

Auf Wunsch macht die Crew das Bett: Matratzenauflage auf den flachen Sitz, Decke, zweites Kissen. Die Decke ist dick und schwer, eher wie zuhause als wie im Flugzeug. Mit rund zwei Metern Liegefläche reicht das Bett auch für große Menschen, ich habe nirgendwo angestoßen.

Flaches Bett in der Qatar Airways QSuite mit dicker Decke
Komplett flach, mit Matratzenauflage und dicker Decke

Auf einem Flug von rund acht Stunden habe ich nach dem Essen gut fünf Stunden am Stück geschlafen. Das schaffe ich in der Economy nie und in vielen anderen Business Class Sitzen auch nicht, weil dort die Füße in einer engen Nische stecken. Hier liegt man wirklich, und die Tür hält den Gang draußen. Wer nach der Landung direkt einen Termin hat oder mit Jetlag kämpft, spürt den Unterschied.

Sonnenaufgang durch das Fenster der QSuite mit violetter Kabinenbeleuchtung
Sonnenaufgang über den Wolken

Was mich gestört hat

Ein Erfahrungsbericht ohne Kritik ist Werbung. Also hier die Punkte, die mir aufgefallen sind.

  • Die Sitze sind nicht alle gleich. Fensterplätze zeigen abwechselnd nach vorn und nach hinten. Wer rückwärts fliegen nicht mag, muss beim Sitzplan aufpassen. Die Plätze in der Mitte sind für Alleinreisende weniger privat, weil die Trennwand zum Nachbarn nur hochgefahren ist und nicht fest.
  • Das Essen ist gut, nicht großartig. Ein Sandwich mit Fertigmayonnaise passt nicht ganz zu dem Anspruch, den die Kabine erweckt.
  • Die Kopfhörer. Zu leise, zu wenig Abschirmung. Eigene mitnehmen.
  • Der Umstieg in Doha ist Pflicht. Qatar Airways fliegt alles über Doha. Auf manchen Strecken bedeutet das ein bis zwei Stunden länger unterwegs als mit einem Direktflug. Die Lounge macht das erträglich, aber nicht ungeschehen.
  • Nicht jeder Flug hat die QSuite. Wer nicht aufpasst, zahlt den QSuite Preis und sitzt im 787 mit einem deutlich einfacheren Sitz.

Woran man die QSuite vor der Buchung erkennt

Der sicherste Weg ist der Sitzplan bei der Buchung. Die QSuite hat eine versetzte Anordnung mit einem Sitz am Fenster, zwei in der Mitte und einem Sitz am anderen Fenster, wobei die Sitze abwechselnd nach vorn und hinten zeigen. Sieht der Sitzplan so aus, ist es die QSuite. Zeigen alle Sitze in dieselbe Richtung und sind sie schräg zum Gang angeordnet, ist es der ältere Sitz aus dem Boeing 787 oder Airbus A330.

Zweiter Anhaltspunkt ist der Flugzeugtyp. Boeing 777 und Airbus A350 in der langen Version haben die QSuite immer, der kürzere A350 meistens. Boeing 787 und Airbus A330 haben sie nie. Ab Deutschland fliegt Qatar Airways aktuell ab Frankfurt, München, Berlin und Düsseldorf, überwiegend mit Boeing 777 und A350. Hamburg wird derzeit nicht bedient, ein Comeback ist frühestens für den Winterflugplan 2027 angekündigt.

QSuite Next Gen: Was sich ändert

Qatar Airways hat eine neue Generation der QSuite vorgestellt. Der Sitz wird etwas breiter, die Trennwände fahren elektrisch, der Bildschirm in den Vierer Kabinen lässt sich zur Seite schieben, und USB C liefert mehr Ladestrom. Gedacht war die neue Suite für die Boeing 777X, die sich aber weiter verzögert. Deshalb soll sie zuerst im Airbus A350 kommen. Stand September 2026 fliegt noch niemand damit. Wer heute bucht, bekommt die hier beschriebene QSuite, und die ist nach wie vor eines der besten Produkte am Markt.

Für wen sich die QSuite lohnt

Für Nachtflüge über acht Stunden, für Paare, die die Doppelsuite nutzen können, und für alle, die am Ziel sofort funktionieren müssen. Für einen kurzen Flug nach Doha allein lohnt der Aufpreis nicht, da sitzt man drei Stunden in einem tollen Sitz und hat wenig davon. Wer mit Meilen unterwegs ist: Die QSuite gehört zu den Business Class Produkten, bei denen man mit Avios oder Qatar Avios über das oneworld Netz das meiste für seine Punkte bekommt.

QSuite buchen

Business Class Preise schwanken bei Qatar Airways stark. Es lohnt sich, mehrere Abflughäfen zu vergleichen und flexibel beim Datum zu sein. Aktuelle Preise und Verfügbarkeiten gibt es über die Flugsuche.

Flug suchen und Preise vergleichen

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Häufige Fragen zur Qatar Airways QSuite

Hat jeder Qatar Airways Business Class Flug die QSuite?

Nein. Die QSuite gibt es nur in der Boeing 777 und im Airbus A350. Boeing 787 und Airbus A330 haben andere Sitze.

Hat die QSuite eine Tür?

Ja, jede Suite hat eine Schiebetür. Sie reicht etwa bis zur Hüfte eines stehenden Menschen und schließt im Sitzen den Blick vom Gang komplett ab.

Gibt es in der QSuite einen Pyjama?

Auf Langstreckenflügen ja. Aktuell ist es eine Formel 1 Edition in Grau, es gibt ihn in mehreren Größen.

Welche Sitze in der QSuite sind die besten?

Alleinreisende nehmen einen Fensterplatz, Paare einen Doppelplatz in der Mitte. Wer nicht rückwärts fliegen will, prüft die Sitzrichtung im Sitzplan.

Wann kommt die neue QSuite?

Die QSuite Next Gen ist angekündigt, aber noch nicht im Einsatz. Der Start ist zunächst im Airbus A350 geplant, später in der Boeing 777X.

Fazit

Die QSuite hält, was der Ruf verspricht, vor allem beim Sitz, beim Bett und bei der Privatsphäre. Beim Essen und bei den Kopfhörern hat Qatar Airways Luft nach oben, und der Umstieg in Doha kostet Zeit. Wer aber einen langen Nachtflug vor sich hat und ausgeschlafen ankommen will, findet aktuell wenig Besseres. Ich würde sie wieder buchen, allerdings nur mit vorherigem Blick auf den Sitzplan.

Hendrik Mahncke
Hendrik Mahncke
Gründer & Autor von fliegen.de
Seit über zehn Jahren unterwegs für die besten Flug-Deals. Alle Tipps hier stammen aus eigener Reiseerfahrung. Mehr über mich →