So wild wie sein Ruf ist Afrika schon längst nicht mehr, im Gegenteil. Die Wildnis wird vielerorts gemanagt, und zwar von Menschen. Sie entscheiden, wo welche Tiere leben dürfen und auch wie viele. Dirk Steffens ist im größten Nationalpark Südafrikas, dem Krüger Nationalpark, unterwegs. Geschützt, hinter Zäunen, leben hier die Big Five: Löwen, Elefanten, Büffel, Nashörner und Leoparden.
Gerade weil die Tiere im Nationalpark sicher vor Wilderern sind, vermehren sie sich gut, und das kann zum Problem werden. Hier kommen die Ranger zum Einsatz. Dirk Steffens ist dabei, wenn der professionelle Fangtrupp des Parks wilde Breitmaulnashörner betäubt, medizinisch versorgt und dann auf Transporter verlädt.
Der Grund: Es gibt zu viele davon. Bis zu 80 Kilo Grünzeug frisst ein Nashorn pro Tag. Da kann die Vegetation schnell Schaden nehmen. Die Tiere werden später an andere Parks verkauft, und der Erlös kommt dem Nationalpark zu Gute.
Den professionellen Umgang mit wilden Tieren lernen die Ranger in ihrer Ausbildung. Einen kleinen Einblick davon bekommt Dirk Steffens bei einer Nacht in direkter Nachbarschaft von zwei ausgewachsenen Löwen.
Werden Tiere so erfolgreich geschützt wie im Krüger-Park, besteht der Wunsch, die Fläche zu vergrößern. Das ambitionierteste Projekt der Region ist grenzübergreifend. Der Limpopo Nationalpark in Mosambik und der Krüger Nationalpark sollen zusammenwachsen.
Anders als in Südafrika sind die Tiere in Mosambik von Wilderern bedroht. So besteht die Hauptaufgabe der Ranger hier darin, Wilderer zu vertreiben, aber auch die Bewohner des Parks vor den Wildtieren zu schützen.
Auf der Reise durch das südliche Afrika begegnet Dirk Steffens vielen Menschen, die durch ihre Arbeit direkt in die Abläufe der Natur eingreifen. Sei es, dass sie sich um Paviane kümmern, kranke und verletzte Tiere pflegen oder Elefantenhorden von Dörfern und Feldern fernhalten.
So groß die Nationalparks in Afrika auch sein mögen, sie sind Inseln in einer von Menschen beherrschten Welt. Für ein unabhängiges Ökosystem sind sie viel zu klein, und so führt am Wildlife Management kein Weg vorbei.
Text: ZDF
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